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Die verrückte Tübinger Spaßband »Die Zappler«
Wenn Frauen anfangen zu kreischen und Männer vor Neid erblassen, dann haben gerade »Die Zappler« die Bühne betreten. Mit schrillen Outfits, außergewöhnlicher Musik und immer genügend Bier auf Lager verbreiten die Sieben stets gute Laune. Drei von ihnen – René Royal, Anderleee Zappler und Bappler Zaschti – erklären die bunte und fröhliche Welt eines Zapplers.

Eine Mischung aus Dieter Thomas Kuhn, Deichkind und der Punk-Attitüde von den Ärzten, so in etwa kann man »Die Zappler« aus Tübingen beschreiben. Das verrückte Septett macht die Region seit rund drei Jahren unsicher und keiner scheint der guten Laune von René Royal, Anderleee Zappler, Bappler Zaschti, Fred Bapplerson, Joe Texas und Graf Roman von und zu Tisch entkommen zu können. »Die Namen waren in uns schlummernde Identitäten, die wir erweckt haben. Das war Schicksal«, so Bappler Zaschti, der wie die anderen Zappler seine wahre Identität streng geheim hält. Ihre Musik ist ein individueller Mix aus Schlager und Rock, gepaart mit ganz viel Witz und Ironie. Im April dieses Jahres veröffentlichten die Zappler ihr zweites Album »Liebe verdammt« mit neun Songs voller Liebe, heißen Rhythmen und aufbrausendem Temperament. Die sieben jungen Wilden wissen, wie man feiert und vor allem wie man andere zum Feiern bringt, am liebsten auf, vor und nach der Bühne.
Sich selbst bezeichnen sie als eine Spaßband. Damit meinen die Partytiere, dass Witz und Humor an erster Stelle stehen. »Es geht darum, sich bei der Show wohlzufühlen und dies auch an die Zuhörer weiterzugeben«, erklären die drei Zappler. Ein weiteres Indiz zum Prädikat Spaßband ist der Blick auf die extravaganten Bühnenoutfits. »Die Outfits zeichnen uns aus! Und die Show spielt sich ja auch am Körper ab«, erklärt Anderleee Zappler. Auf der Bühne feiern die Sunnyboys mit Dicsoboogies und Partypolkas einfach aus dem Bauch heraus. Sie haben Spaß und bringen ihr Publikum zum Lachen, Tanzen und Mitkreischen, da kann es schon mal etwas wilder zugehen.
Bei all dem Unfug auf der Bühne drängt sich die Frage auf, ob den Zapplern nichts zu peinlich ist. »Je später der Abend, beziehungsweise je mehr Bier fließt, desto weniger ist einem peinlich«, sind sich René, Anderleee und Bappler einig.

»Der Spaß steht zwar im Vordergrund, aber ernst nehmen wir ihn trotzdem«, so Bappler Zaschti. Was er damit meint, erschließt sich dem aufmerksamen Zuhörer beim Lauschen der Zappler-Songs. Darin finden auch aktuelle und teils kritische Themen ihren Platz, natürlich mit einem humoristischen und grenzgängerischen Unterton serviert. »Wir singen nicht nur über Frauen, Parties und Bier. Wir greifen genauso Probleme auf, die jeder kennt, aber dann mit einem Augenzwinkern«, bestätigt Anderleee Zappler. »So haben also auch die Zappler einen Kultur- und Bildungsauftrag«, fügt René Royal grinsend hinzu.
Den Schlager von innen aufwühlen und als wunderschönes Konstrukt wieder herausbringen, das ist die Absicht der Jungs, die mit dem eigens kreierten, schwer zu vergleichendem »Schlagercore« neue Maßstäbe gesetzt haben. Bevor sie zu »Zappeln« begannen, spielte jedes Bandmitglied in einer anderen Indie/Alternative-Combo in Tübingen. Nach und nach haben sich die Sieben zusammengefunden und realisierten die Idee des Schlagercores und der Zappler. Aufgrund ihres »Nebenjobs«, dem Studium, sind sie jetzt aber in alle Richtungen verstreut und finden momentan nur wenig Zeit zum Proben oder Feiern. »Wenn gerade mal alle in Tübingen sind, schließen wir uns mehrere Wochen im Probenraum ein, schreiben neue Songs, feiern, grillen oder sitzen einfach nur so zusammen«, berichtet René Royal.
Und wohin führt der Weg der Zappler in der nahen Zukunft? Auf die großen Bühnen des Landes? Auf den Schlagercore-Olymp? In den Musiker-Himmel? Da bleiben die Jungs – wie selbstverständlich – ganz entspannt. »Wir nehmen es, wie es kommt und wenn sich etwas ergibt, sagen wir natürlich nicht nein«, so ihr Schlusswort.

Nathalie Frantz
August 2010

http://www.moritz.de/stories.php?artikel_id=8a87613fa195a71680bb147db55fc453&art=0&PHPSESSID=b4b232113fa55e4a2e4563224c8ade38

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